Ein wirklich erstklassiges Geschichtsbuch, nicht nur für Kinder und Jugendliche. Sehr übersichtlich, interessant geschrieben und auf den Punkt gebracht.
Sehr zu empfehlen.kurze übersichtliche Texte, für Kinder ab 8 Jahre geeignet, jede Doppelseite hat ein neues Thema, auch für den Einsatz in der Schule geeignet, gute BilderDieses von dem mehrfach ausgezeichnete Fernsehjournalisten Christian Deick verfasste und gestaltete Geschichtsbuch hat der Ravensburger Verlag in diesem Jahr in einer überarbeiteten Neuausgabe herausgegeben. Christian Deick hat begonnen für Kinder zu schreiben, seit er selbst Vater wurde, eine gute und erfolgreiche Motivation, wie ich finde.
Von den Anfängen der deutschen Geschichte im Altertum und den Merowingern bis zur letzten Gegenwart mit der ersten Frau als Regierungschefin und den deutschen Militäreinsätzen in Afghanistan erzählt und erklärt Deick, illustriert mit vielen Bildern und im Textlayout sehr übersichtlich und gut lesbar, die vielen Abschnitten der deutschen Geschichte.
Er tut es kritisch und in einer Sprache, die für junge Leser attraktiv ist. Er belehrt nicht und hat doch ein wunderbares Lehrbuch geschrieben.
Ein Gedicht des Kinder- und Jugendbuchautors Paul Maar, das er an das Ende seines empfehlenswertes Buches gestellt, hat, mag seine Sicht der Dinge gut darstellen:
“Gegenwart
Langsam wird es höchste Zeit:
Weg mit der Vergangenheit,
ich werde sie verlassen!
Ich schau nach vorn und nicht retour,
in Zukunft werde ich mich
nur mit Gegenwart befassen.
In Zukunft mit der Gegenwart ?
Halt, Moment, ist das gescheit ?
In Zukunft ist die Gegenwart,
doch wieder nur Vergangenheit.”
Dieses Buch gehört in den Bücherschrank jedes an Geschichte interessierten Schülers und kann als Geschenk für diese Altergruppe (ab etwa 10 Jahren) nur empfohlen werden.
Aber auch für Erwachsene, die es nicht so gerne mit dicken Geschichtsbüchern haben und gerne knapp, verständlich und aufgelockert sich über die deutsche Geschichte informieren wollen, ist dieses Werk hervorragend geeignet.
Was haben Hermann der Cherusker, Napoleon Bonaparte, Martin Luther und Otto von Bismarck gemeinsam? Sie spielten in der deutschen Geschichte eine Hauptrolle und haben deshalb ihren festen Platz in Christian Deicks Buch, in dem er seine jungendlichen Leser auf einen Streifzug durch die letzten 2.000 Jahre mitnimmt — von der Zeit als halb Germanien von den Römern besetzt war bis zu Mauerfall und Wiedervereinigung. Was den Geschichtsunterricht in der Schule auch dem Interessiertesten verleiden kann, ist die Fülle von Jahreszahlen, Herrschernamen und Schlachten, mit denen man konfrontiert wird. Diesen Fehler macht Deick nicht. Er erzählt sehr anschaulich, beschreibt ebenso die Lebensweise der einfachen Leute und beschränkt die Geschichte zudem nicht auf die politische Entwicklung, weshalb auch auf Erfinder, Philosophen, Künstler und deren Einfluss eingegangen wird. Auf 72 Doppelseiten wird jeweils ein Thema aufbereitet, aufgelockert durch viele Fotos, Karten, Abbildungen und Illustrationen (die Zeichnungen von Hauke Kock wirken allerdings teilweise etwas unbeholfen). Die Texte sind knapp gehalten, und dennoch gelingt es dem Autor, die roten Fäden geschichtlicher Entwicklungen sichtbar zu machen — z.B. der neue Geist von Humanismus und Aufklärung, der in der Renaissance anbrach und die folgenden Jahrhunderte bis heute prägte. Das Kunststück, 2.000 Jahre deutscher Geschichte ohne große Lücken auf 150 Buchseiten unter zu bringen, gelingt hier erstaunlich gut. Manche Themen wie das Mittelalter und der Nationalsozialismus mit seinen Folgen werden sogar recht ausführlich behandelt. Um ein “Nachschlagewerk für die ganze Familie”, wie der Verlag etwas vollmundig lobt, handelt es sich allerdings nicht. –Christian Stahl. read more.